Michael Gwerder war eine Klasse für sich

Allweg-Schwinget vor 1’600 Zuschauern: Martin Schönbächler holte die Auszeichnung

Festsieger Micheal Gwerder

Der bald 26-jährige Brunnener Michael Gwerder bodigte im Schlussgang nach 9:16 Minuten Marcel Bieri mit Kurz und konnte damit diesen prestigeträchtigen Schwinget zum ersten Mal gewinnen.

W.S. Eine Woche nach dem Kilchberger-Schwinget traten 116 Wettkämpfer auf dem Festplatz ob Ennetmoos an und zeigten sich noch keineswegs saisonmüde. Die meistgenannten Favoriten brachten sich schon früh in Stellung und deuteten an, dass der Sieg über sie führen wird. Nach drei Gängen führte Marcel Bieri mit dem Punktemaximum von 30 Zählern die Zwischenrangliste an. Zwei Durchgänge später wechselten sich die beiden an der Spitze ab.

Dass sich Michael Gwerder einer Top-Form erfreut, hat er bereits mit den Siegen am Ob-und Nidwaldner Kantonalen sowie an den Regionalfesten in Sörenberg und auf dem Urnerboden unterstrichen. Weiter konnte er sich achtmal den Kranz aufs Haupt setzen lassen. Beim Kilchberger-Schwinget war er drittbeste klassierter Innerschweizer.

So war es nicht verwunderlich, dass am 35-fachen Kranzer au dem Allweg kein Vorbeikommen war. Mit den Siegen gegen Fabian Scherrer, Roman Bucher und den Obwaldner Eidgenossen Jonas Burch setzte er erste Duftmarken. Ebenfalls keine Probleme kannte er gegen Dominik Hess und Jerome Rohrbach. Mit seinem Sieg beendete er eine neunjährige Durststrecke der Schwyzer. Das Pfäffikoner Bruderduo Reto und Bruno und Bruno Nötzli feierte 2016 einen Doppelsieg.

Als Lohn für seine starke Leistung konnte Michael Gwerder das Siegerrind «Rayana» in Empfang nehmen.

Der Zuger Marcel Bieri, der sich vor einer Woche in Kilchberg mit seiner Schwingweise in die Herzen der Zuschauer schwang, schien mit den Zehnerwürfen gegen Silvan Appert, Marco Ulrich und Jonas Amrhyn seinem dritten Sieg auf dem Allweg entgegenzusteuern. Im Duell mit Jonas Durrer neutralisierten sich die beiden gegenseitig und keinem wollte der Siegeswurf gelingen. Doch mit dem Sieg gegen Alex Schuler erreichte er dennoch den Schlussgang.

Auf dem Ehrenplatz klassierte sich der ausgezeichnete Luzerner Techniker Jonas Amrhyn. Er hatte fünf Siege und die bereits erwähnte Niederlage gegen Marcel Bieri auf seinem Notenblatt. Zuletzt konnte er überraschend den Schwyzer Eidgenossen Silvan Appert zu den Verlierern reihen. Der erst 16-jährige Schwyzer Patrik Laimbacher kehrte nach seinem verletzungsbedingten Ausfall ganz stark in die Sägemehlringe zurück. Mit zwei Unentschieden und vier Siegen klassierte sich das grosse Talent zusammen mit Marcel Bieri, Jonas Burch und Fabian Scherrer im dritten Rang.

Schönbächler mit Auszeichnung

Martin Schönbächler war als einziger des Schwingklubs Einsiedeln am Start, da verschiedene Klubkollegen nach den letzten Anlässen angeschlagen sind und sich für die beiden letzten Anlässe in Siebnen und Unteriberg schonten. Nachdem er zum Auftakt gegen den Kraftprotzen Jonas Durrer eine Niederlage hinnehmen musste, blieb er mit zwei Höchstnoten gegen Livio Arnold und Leon Pellet in Tuchfühlung mit der Spitze. Kein Siegesrezept fand er gegen den Luzerner Fabian Scherrer, der mit 24 Jahren bereits im Besitze von 23 Kränzen ist, und musste stellen. Mit den beiden Siegen Jeremias Flüeler und den Appenzeller Gast Sandro Fitze beendete er den Wettkampf und klassierte sich damit auf dem fünften Platz. 

 

Werner Schönbächler