Einsiedler Jungschwingertag mit Rekordbeteiligung

Schwyzer holten am meisten Siege

Die Einsiedler Jungschwinger nach ihrem Einsatz im Klosterdorf

Die Tagessieger von links: Nino Koller, Marco Rohrer, Martin Hanke, Jonas Steinauer ex aequo mit Tobias Schelbert und Armin Waser

Auf dem Festplatz vor dem Alten Schulhaus standen Jungschwinger aus allen Innerschweizer Kantonen und einigen Gästen aus der Ostschweiz im Einsatz. Dabei gaben die Schwyzer mehrheitlich den Ton an.

W.S. Der organisierende Schwingklub Einsiedeln wurde von Anmeldungen im wahrsten Sinne des Wortes überrannt. Wegen der Rekordbeteiligung von 250 Jungschwingern sahen sich die Verantwortlichen veranlasst, auf vier statt den vorgesehenen drei Sägemehlringen zu schwingen. Erwartet wurden im Vorfeld 160 Teilnehmer. Der «Hosälupf» lockte rund 500 Zuschauer an, denen von den Jungschwingern guten Schwingsport geboten wurde. Viele brachten schon eine feine Technik ins Sägemehl mit und beherrschten neben den üblichen Schwüngen auch schon sehenswerte Kombinationen.  

Dabei ging es wie bei den Grossen zu und her. Sie drückten vor dem Gang einander die Hände und säuberte sich bei einem Sieg oder einer Niederlage den Rücken vom Sägemehl. Die Jungschwinger hielten sich bei der Ausübung ihrer Leidenschaft sportlich fair wie die grossen «Bösen». Bei den Emotionen gab es noch gewisse Unterschiede. Bei den Jüngsten sah man nach einem Gang immer wieder mal eine Träne über die Wange kullern. Sei es wegen eines Sturzes auf den Rücken, einer Handvoll verschluckten Sägemehls oder natürlich auch wegen einer bitteren Niederlage. Doch die meisten Unterlegenen nahmen die Niederlage mit Fassung. Sie lernen im Schwingen schon früh, dass man auch einstecken und Kampfrichterentscheide annehmen muss.

Dabei kam es manchmal zu ungleichen Duellen im Sägemehl. Bei den Jungschwingern spielt es eine grosse Rolle, wie sich das Wachstum entwickelt. Aber dieser Nachteil lässt sich manchmal mit viel Technik wettmachen.

Spannende Schlussgänge

Wie bei den Aktiven ist auch bei den Jüngsten der Schlussgang der letzte und wichtigste Kampf  an einem Schwingfest. Dabei standen sich folgende Wettkämpfer in den vier Alterskategorien gegenüber.

Jahrgänge 2011/12:

In einem Abnützungskampf trennten sich Jonas Steinauer und Kevin Staub nach acht Minuten resultatlos. Steinauer reichte sein zuvor herausgeholter Vorsprung zu seinem sechsten Saisonsieg, den er allerdings mit Tobias Schelbert und Armin Waser teilen musste.

2013/14:

Nachdem sich Martin Hanke und Ronn Hefti gegenseitig neutralisierten, teilten sie die Punkte, was Hanke zum Sieg genügte.

2015/16:

Der Obwaldner Marco Rohrer kam nach 35 Sekunden mit einem Prachtskurz gegen Damian Ulrich zum Resultat.

Jahrgang 2017/18:

Nino Koller bodigte nach 30 Sekunden mit einem bilderbuchmässigen Hüfter Elias Schuler und kam damit mit sechs gewonnenen Gängen zu einem überlegenen Sieg. 

13 Zweige für Gastgeber

Neben dem Tagessieg von Jonas Steinauer erkämpften sich weitere zwölf der 27 angetretenen Jungschwinger des Schwingklubs Einsiedeln den Zweig. Bei den Jüngsten klassierte sich Elias Schuler nach verlorenem Schlussgang im geteilten zweiten Rang. Die jüngste Kategorie war mit den Zweiggewinnen von Fabian und Roman Marty, Christian Grab, Aurel Füchslin und Marco Rodigari das Paradestück der Einsiedler. Ramon Fuchs und Dario Schuler belegten bei den Zehn- und Elfjährigen gemeinsam den dritten Rang. Levin Schuler war mit vier Höchstnoten, einer Niederlage und einem Gestellten als Vierter weit vorne in der Schlussrangliste anzutreffen. Weiter konnten bei der Rangverkündigung Luis Flühler, Jan Suter und Levin Diethelm den Zweig entgegennehmen.

Werner Schönbächler