Erster Sieg für Lukas von Euw bei den Aktiven
Chilbischwinget in Einsiedeln vor 800 Zuschauern
(v.n.l.r.) Suter Bruno, Sieger von Euw Lukas, Suter Samuel
Von Euw Lukas (links) gewinnt gegen Betschart Patrick (rechts) mit Kurz
Steinauer Kevin gewinnt gegen Sidler Nick
Im reinen Schwyzer-Schlussgang kam der glänzend disponierte Lukas von Euw nach 3:10 Minuten gegen Patrick Betschart mit Kurz zum Erfolg. Für den Schwingklub Einsiedeln gab es sechs Auszeichnungen.
W.S. Zwei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt, dem Kilchberg-Schwinget, durfte sich der organisierende Schwingklub Einsiedeln über ein qualitativ starkes Teilnehmerfeld mit 66 Schwingern freuen. Für fünf Wettkämpfer war es letzter Test vor dem «Fest der Feste». Die Ausgangslage war von Beginn weg völlig offen, was die Zwischenrangliste nach vier Gängen widerspiegelte. Roland Reichmuth und Lukas von Euw lagen gemeinsam vor einem Quintett in Führung. Das Rennen um die Schlussgangteilnahme machten letztlich Lukas von Euw und Patrick Betschart. Während von Euw gegen Thomas Bucher mittels Kurz zu einem Blitzsieg kam, bodigte sein Widersacher mit der Höchstnote Roland Reichmuth.
Der 24-jährige Lukas von Euw, der wegen einer Verletzung verspätet in die Saison einsteigen konnte und erst sein viertes Schwingfest bestritt, kommt immer besser in Fahrt. Bereits zum Auftakt hielt er den einzigen Eidgenossen Sven Lang am Boden bis zum siebringenden Resultat fest, was ihm sichtlich viel Selbstvertrauen für den weiteren Verlauf verlieh. Mit den Siegen gegen Kevin Steinauer und Jan Walker hatte er als einziger nach drei Gängen noch eine reine Weste. In einer offenen Begegnung mit turbulenten Momenten trennte er sich mit Romand Wandeler, dem Co-Sieger am Luzerner Kantonalen, unentschieden. Der Tagessieg dürfte ihn wegen der verpassten Selektion für den Kilchberg-Schwinget einigermassen entschädigen. «Ich freue mich sehr über meinen ersten Sieg bei den Aktiven», sagte er. Im Schlussgang sei er vorsichtig ans Werk gegangen, da er um die Gefährlichkeit seines Kontrahenten wusste.
Dass Patrick Betschart mit 22 Kranzgewinnen schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr ist, hat er wieder einmal mehr mit einer soliden Leistung bewiesen. Der 26-jährige Landwirt, zu dessen Spezialitäten der Knietätsch und Kurz sowie die solide Bodenarbeit zählen, mühte sich zum Auftakt gegen Romand Wandeler vergebens ab. Doch dann drehte er mächtig auf und reihte drei Siege aneinander. Roland Reichmuth hatte neben dem Unentschieden gegen Martin Schönbächler und der Niederlage gegen Patrick Betschart vier Siege auf seinem Notenblatt, was ihm den alleinigen zweiten Platz einbrachte. Der letztjährige Sieger Fredi Bruhin schien wieder auf dem Weg in den Schlussgang zu sein, ehe er von Roland Reichmuth ausmanövriert wurde. Dem Eidgenossen Sven Lang, dem bei seinem ersten Wettkampf seit dem Rigi-Schwinget noch die Automatismen abhandenkamen, realisierte neben der Startniederlage gegen den späteren Tagessieger und der Punkteteilung gegen Lukas Heinzer vier Siege.
Als Fazit kann festgehalten werden, dass nicht alle fünf Kilchberg-Teilnehmer restlos zu überzeugen vermochten. Es bleibt zu hoffen, dass bei ihnen in zwei Wochen die Redensart, dass auf eine missglückte Hauptprobe eine gelungene Première folgt, zutreffen wird.
Einheimische unterschiedlich
Die Aktiven des Schwingklubs Einsiedeln, die auch bei der Organisation Hand anlegen mussten, holten sechs Auszeichnungen. Dem 22-jährigen Willerzeller Kevin Steinauer, der in dieser Saison Hochs und Tiefs erlebte, hatte vor dem letzten Gang das Messer am Hals. Für den Gewinn der Auszeichnung musste unbedingt ein Sieg her, was ihm gegen Nik Wiederkehr gelang. Dass Martin Schönbächler, die harten Trainings mit den Kilchberg-Teilnehmen in den Knochen hatte, war unübersehbar. Neben den drei Gestellten gegen Roland Reichmuth, Bruno Schürpf und Benno Heinzer blieb er dreimal siegreich.
Fabian Birchler musste neben drei Siege gegen Sven Lang und Bruno Suter den Kürzeren ziehen sowie mit dem Bündner Niklas Lötscher über die volle Zeit kämpfen. Dass die Bäume im Schwingen nicht allzu schnell in den Himmel wachsen, musste der frischgebackene Kranzer Reto Pfyl erfahren. Er wurde von Severin Steiner und Thomas Bucher gebodigt und musste mit Bruno Schürpf die Punkte teilen. Mit drei Siegen machte er Terrain gut und gewann die Auszeichnung. Viel Freude bereitete der 17-jährige Cyrill Styger mit seiner draufgängerischen Schwingweise, mit er sich den Gewinn des Zweiges verdiente, den auch der erst 16-jährige Alpthaler Mathias Steiner gewann. Pech hatten Mike Schuler und Jonas Odermatt, denen für die Auszeichnung nicht viel fehlte.
Werner Schönbächler