Martin Schönbächler holte seine ersten Bergkranz

Berner-Dominanz am Bergklassiker Schwarzsee vor 3’850 Zuschauern

Martin Schönbächler gewinnt seinen ersten Bergkranz

Martin Schönbächler bezwingt den Berner Eidgenossen Christian Gerber

Adrian Walther hat den Bergklassiker auf dem Stoos gewonnen. Im Schlussgang besiegte er seinen Verbandskollegen Daniel Tschumi nach 34 Sekunden mit Kurz. Martin Schönbächler holte mit seinem Kranzgewinn für die Schwyzer die Kastanien aus dem Feuer.

W.S. Hochstehende schwingerische Darbietungen und zahlreiche spektakuläre Überraschungen wurden dem Publikum bei brütender Hitze von den 90 Schwingern geboten.  Der Sieg ging nicht unerwartet an Adrian Walther. Der 24-jährige Berner-Mittelländer kam dabei zu seinem achten Kranzfestsieg und gewann nach dem Brünig zum zweiten Mal einen Bergklassiker. Der 2 Meter grosse und 128 Kilo schwere Architekturstudent besann sich nach seinen Rückenproblemen, die ihn zur Aufgabe am Berner Oberländischen vor einer Woche zwangen, seiner unbestritten grossen Qualitäten und drang mit vier Siegen und dem Gestellten gegen Curdin Orlik in den Schlussgang vor. Der 20-jährige Daniel Tschumi, der mittlerweile fünf Kränze besitzt, bestätigte seine diesjährigen vier Kranzgewinne auf eindrückliche Art. Dabei gelang ihm im fünften Durchgang mit dem Sieg gegen Lukas Bissig das grosse Husarenstücklein. Er avancierte damit zum Mann es Tages.  Auch auf den nächsten Plätzen folgten zwei weitere Berner. Nach seiner Startniederlage gegen Lukas Bissig liess Matthias Aeschbacher fünf Siege folgen. Er zeigte damit, dass er auch mit seinen 34 Jahren nach wie vor eine grosse Leistungsstütze ist. Der diesjährige Gipfelstürmer Michael Moser startete mit der unerwarteten Niederlage gegen den Freiburger Romain Collaud. Ein Remis gegen den Luzerner Verteidigungskünstler Samuel Schwyzer verhinderte vorzeitig ein Eingreifen um die Schlussgangteilnahme. Mit einem starken Endspurt und den Höchstnoten gegen Beat Suter und Patrick Betschart realisierte er dennoch den dritten Platz.

Die Berner dominierten nicht nur das Geschehen an der Spitze, sondern gewannen mit fünf Kränzen auch die Mannschaftswertung knapp vor den Innerschweizern (4) und den Westschweizern (2).

Martin Schönbächler mit starker Leistung

Ein Bergkranz zählt zu den begehrtesten «Trophäen» im Schwingsport überhaupt. Nachdem er auf dem Stoos vor einer Woche nahe dran war, konnte er sich diese «Auszeichnung» nun aufs Haupt setzen lassen. Damit stehen hinter seinem Namen von nun an zwei Sternchen. Nach seinem Startremis gegen Nicolas Zimmermann trumpfte er ganz gross auf. Nachdem er Jonas Knieling das Nachsehen gab, sorgte er für die erste grosse Überraschung des Tages. Er bodigte den zweifachen Emmentaler Eidgenossen Martin Schönbächler mit Übersprung und holte sich eine weitere Maximalnote. Damit hatte er sich für den weiteren Verlauf in eine ausgezeichnete Stellung gebracht. In einer von Dramatik kaum mehr zu überbietenden Begegnung lieferte er dem favorisierten Eidgenossen Matthieu Burger ein ebenbürtiges Duell und wurde dafür mit der Note 9 – der höchsten Wertung für ein Unentschieden – belohnt. Nachdem er Lukas Dällenbach bezwang, lag für ihn der Kranzgewinn in Reichweite. Nach turbulenten Momenten teilte er die Punkte gegen den 37-fachen Kranz Johann Borcard, wofür er wieder die Note 9 erhielt, was für ihn das Eichenlaub bedeutete. Mit seinen fünf gewonnenen Kränzen in dieser Saison dürfte er der Teilnahme am Kilchbergschwinget, dem absoluten Saisonhöhepunkt mit den 60 besten Schwingern des Landes, einen grossen Schritt nähergekommen sein. Für seine attraktive Schwingweise wurde ihm von einer Fachjury der Schönschwingerpeis in Form einer wertvollen Freiburger Trichel verliehen.  

Pech hatten hingegen zwei andere Schwyzer. Patrick Betschart und Fredi Bruhin fehlte für den «Kopfschmuck» lediglich ein Viertelspunkt. Nicht wunschgemäss lief es den beiden Eidgenossen Michael Gwerder und Silvan Appert, die leer ausgingen, was noch neun weiteren Eidgenossen passierte.

Fünf Auszeichnungen

Eine weitere Wettkampfgelegenheit bot sich den Schwingern in Lungern. Der 15-jährige Jonas Steinauer gelang beim Nachwuchsschwinget einmal mehr eine solide Leistung. Mit vier Siegen und zwei Punktegleichungen belegte er den dritten Platz. Dank einem Sieg zum Abschluss reichte es Florian Birchler für den Zweig. Bei den Jüngsten startete Christian Grab mit drei Siegen wunschgemäss in den Wettkampf. Obschon er darauf drei Niederlagen einkassierte, gewann er ebenfalls den Zweig.

Am Abend standen auf dem gleichen Festplatz 86 Schwinger im Einsatz. Leandro Nägeli bezwang im Schlussgang Stefan Wolf und holte damit den Tagessieg ins Bernbiet. Michael Ledermann, der einzige Eidgenosse im Teilnehmerfeld, gab nach einer längeren Verletzungspause, sein Comeback. Mit vier Siegen und den Gestellten gegen Alex Schuler und Stefan Wolf klassierte sich der Berner zusammen mit Kevin von Wyl im geteilten, zweiten Rang. Der frischgebackene Kranzer Samuel Steinauer verpasste mit der Niederlage im letzten Gang gegen Kevin von Wyl einen vorderen Platz. Mit drei Siegen, dem Unentschieden gegen Marcel Ettlin und einem weiteren Ausrutscher gegen Leandro Nägeli holte er sich die Auszeichnung, was auch seinem jüngeren Bruder Silvan gelang. Kevin Steinauer fehlte dafür mit vier Unentschieden und zwei Siegen lediglich ein Viertelpunkt. Andrin Kauflich büsste im Ausstich mit Gestellten Terrain ein.  

 

Werner Schönbächler