Michael Gwerder kam zu seinem siebten Sieg

Siebner Herbstschwingertag vor 3’200 Zuschauern mit Einsiedlern

Festsieger Michael Gwerder

Kevin Steinauer siegt gegen Philipp Müller

Michael Gwerder nahm seine Favoritenrolle auf eindrückliche Art wahr. Im Schlussgang warf er nach 20 Sekunden Christian Bucher mit Kurz zum Resultat. Für den Schwingklub Einsiedeln gab es sieben Auszeichnungen.

W.S. Bei prächtigem Festwetter kamen die Zuschauer voll auf ihre Rechnung. Doch mussten sie schon vor Beginn einen Dämpfer hinnehmen.s Der Eidgenosse Silvan Appert konnte krankheitshalber nicht antreten. Besonders schmerzlich war der Ausfall des Einheimischen Fredi Bruhin. Nachdem er zum Auftakt den Aargauer Nick Alpiger mit einem Prachtskurz platt gebodigt hatte, musste er wegen einer Nackenverletzung Forfait geben.

Nach drei Gängen führten die beiden Schwyzer Benno Heinzer und Lukas von Euw, die als Einzige der 158 Teilnehmer noch eine reine Weste hatten, das Klassement an. Doch war die Ausgangslage noch völlig offen, was die weiteren Rangierungen verdeutlichen. Michael Gwerder, der einen Zähler Rückstand auf die beiden Leader aufwies, lag einen Viertelpunkt vor sieben weiteren Verfolgern.

Michael Gwerder und Christian Bucher, der gegenüber dem Punktegleichen Lukas von Euw den Zuschlag erhielt, machten das Rennen um die Schlussgangteilnahme.

Gwerders Aufholjagd

Michael Gwerder stellte seine ausgezeichnete Spätform eindrücklich unter Beweis. Nach dem unentschiedenen Auftakt zog er alle Register seines Könnens. Mit vier Höchstnoten, die er entweder mit Kurz oder Lätz holte, reihte er Philipp Müller, David Forrer, Nicola Wey und Sandro Nüesch zu den Verlierern. Als Lohn für seine tadellose Leistung konnte er den Siegermuni «Lupo» entgegennehmen.

Der 29-jährige Zuger Christian Bucher ist mit 25 Kranzgewinnen schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Nach seinem resultatlosen Anschwingen gegen den Nordwestschweizer Jungspund Timo Gisler schlich er auf leisen Sohlen nach vorn. Mit der Höchstnote gegen Sandro Fitze drang er in den Schlussgang vor.

Nick Alpiger erwischte mit der Niederlage gegen Fredi Bruhin einen denkbar schlechten Start. Doch dann besann er sich seiner schwingerischen Qualitäten und rollte das Feld mit lauter Siegen von hinten auf. Dabei räumte er Gegner von Format wie Thomas Bucher, Benno Heinzer, Marco Ulrich und Lukas von Euw aus dem Weg. Thomas Bucher, der Bruder von Christian, wurde mit einer Niederlage und fünf Siegen Dritter. Im Ausstich legte er Valentin Mettler und Benno Heinzer platt auf den Rücken.

Vorjahressieger und Mitavorit Damian Ott hatte Schwerstarbeit zu verrichten. Neben den beiden Punkteteilungen gegen Michael Gwerder und Christian Zemp blieb er viermal erfolgeich.

Sieben Auszeichnungen

Für den Schwingklub Einsiedeln gab es sieben Auszeichnungen. Der Willerzeller Kevin Steinauer lag bei Halbzeit mit drei Unentschieden noch zurück. Doch mit drei Siegen -zuletzt gegen den Zuger Kranzer Philipp Müller – machte er Boden gut. Viel Freude mit seinen wuchtigen Kurzzügen bereitete der 19-jährige Stephan Grab. So trotzte er dem Verbandskranzer Timo Gisler in einer hochstehenden Begegnung einen vielbeklatschten Gestellten ab. Um die Auszeichnung bodigte er Fabrice Züricher. Martin Schönbächler erlebte ein Wechselbad der Gefühle. Nach der Punkteteilung gegen den Glarner Patrik Feldmann zu Beginn war er mit zwei Siegen wieder vorne anzutreffen. Obschon er Christian Zemp mehrmals an den Rand einer Niederlage brachte, musste er nach turbulenten Szenen den Kürzeren ziehen. Mit einem hohen Kurzzug gegen Tobias Nef brachte er sich in eine günstige Ausgangslage um einen vorderen Rang. Zuletzt mühte er sich gegen Tim Mösli vergeblich ab und musste stellen. Dass sich Samuel Steinauer als Leichtgewicht im Schwingen bestens auskennt, bewies er einmal mehr. So teilte er die Punkte mit Simon Gabriel und verlor nach harter Gegenwehr gegen den Verbandskranzer Pascal Heierli. Zuletzt brachte er die grosse Toggenburger Hoffnung David Forrer mehrmals in arge Bedrängnis, doch die beiden neutralisierten sie sich mehrheitlich gegenseitig. Grosse Freude bereiteten die beiden 16-Jährigen Silvan Steinauer und der Alpthaler Mathias Steiner, die beide die Auszeichnung erkämpften, was auch Remo Kälin nach seinem Sieg gegen Fabian Rogenmoser zum Abschluss gelang.

Schwingerkönig in Unteriberg

Am nächsten Sonntag wird die Freiluftsaison der Aktiven mit dem Herbstschwinget in Unteriberg endgültig abgeschlossen. Zu grossen Freude des organisierenden Schwingklubs Einsiedeln hat sich der amtierende Schwingerkönig Armon Orlik dafür angemeldet. Der 31-jährige Bündner konnte sich am Eidgenössischen Schwingfest 2025 in Mollis die Königskranz aufsetzen lassen. In seiner Laufbahn erkämpfte er sich 84 Kränze, wovon vier «Eidgenössische». Weiter kann er 29 Kranzfestsiege vorweisen. Dieser Leistungsausweis macht ihn zu einem Ausnahmekönner auf den helvetischen Sägemehlplätzen.  Insgesamt werden rund 60 Schwinger in Unteriberg erwartet.  

 

Werner Schönbächler