Nach gestelltem Schlussgang ein Quartett im ersten Rang
Frühjahrsschwinget Pfäffikon vor 930 Zuschauern
Martin Schönbächler (rechts) im Kampf gegen Gian Maria Odermatt
Nachdem sich Jonas Durrer und Joel Kesser im Schlussgang unentschieden trennten, mussten sie den Sieg mit Patrick Betschart und Fredi Bruhin teilen. Bestklassierter des Schwingklubs Einsiedeln war Martin Schönbächler im dritten Rang.
W.S. Bei besten äusseren Bedingungen nahmen 88 Schwinger den Wettkampf in Angriff. Wer einen Sieg des einzigen Eidgenossen Sven Schurtenberger erwartet hatte, lag daneben. Der Luzerner trat verletzungsbedingt nicht mehr zum letzten Gang an.
Das Rennen um die Schlussgangteilnahme machten Jonas Durrer und Joel Kessler, die sich schon zum Auftakt gegenüberstanden und die Punkte teilten. Doch darauf rollten beide das Feld von hinten auf. Der 23-jährige Nidwaldner Jonas Durrer blieb gleich viermal mit der Höchstnote erfolgreich. Um die Schlussgangteilnahme konnte er nach harter Gegenwehr Alex Huber in die Schranken weisen.
Josel Kessler vom organisierenden Schwingklub March-Höfe kam immer besser in Fahrt und rückte mit drei Siegen wieder nach vorne. Mit dem bilderbuchmässigen Hüfter gegen Ivan Staub verschaffte er sich den Zutritt zum Schlussgang. Obschon er um den Tagessieg alles auf eine Karte setzte, konnte er die Verteidigung seinen Kontrahenten nicht durchbrechen, womit sich ein Quartett den ersten Rang teilte. Neben den Unentschieden gegen Martin Felder und Thomas Bucher blieb Patrick Betschart viermal siegreich. Im Ausstich machte er mit den Erfolgen gegen Ivan Felder und Flavio Herger viel Terrain gut.
Fredi Bruhin trotzte zu Beginn Sven Schurtenberger einen Gestellten ab, worauf er dreimal den Sägemehlring als Sieger verliess. In einer offenen Begegnung konnte er die Verteidigung des Zürcher Oberländers Gian Maria Odermatt nicht durchbrechen. Mit der Höchstnote gegen Ivan Staub schloss er den Wettkampf erfolgreich ab und deutete dabei seine Möglichkeiten an. Den zweiten Rang teilten sich Martin Felder und Gian Maria Odermatt. Beide wiesen je vier Siege und zwei Gestellte auf.
Schönbächler mit starkem Finish
Für den Schwingklub Einsiedeln gab es sieben Auszeichnungen. Trotz dieses starken Leistungsausweises lief nicht alles rund. Der 18-jährige Martin Schönbächler konnte zum Auftakt in der letzten Minute Marc Hänni mit Kurz platt bezwingen, worauf er dem Ostschweizer Verbandskranzer Gian Maria Odermatt ein Unentschieden abtrotzte. Mit etwas mehr Risiko und einer grifffesteren Schwingweise wäre gegen Silvan Aregger mehr als ein Unentschieden dringelegen. Mit zwei Siegen brachte er sich für einen vorderen Rang in eine günstige Position. Wie er dann den Zuger Verbandskranzer Thomas Bucher mit einem Übersprung aushebelte, war beeindruckend. Der Trachslauer Fabian Birchler blieb mit je drei Siegen und Unentschieden ohne Niederlage. Als sein Gesellensstück darf das Unentschieden gegen den rund 150 Kilogramm schwerden Eidgenossen Sven Schurtenberger bezeichnet werden. Mit dem Unentschieden gegen Philipp Müller verpasste er gar den möglichen Sieg, wozu er allerdings die Höchstnote gebraucht hätte. Der 18-jährige Alpthaler Daniel Steiner zeigte gute Ansätze, brachte aber zum Abschluss gegen Fabio Eicher keine Siegesresultat zustande. Reto Pfyl stieg nach einer Rippenverletzung wieder in den Sägemehlring und erlebte dabei Höhen und Tiefen. Noch fehlte ihm für eine vordere Klassierung die Durchschlagskraft und nötige Konstanz. Kevin Steinauer, der die ganze letzte Saison verletzungsbedingt ausfiel, scheint langsam wieder Tritt zu fassen. Neben den Niederlagen gegen den späteren Tagessieger Jonas Durrer und Gian Maria Odermatt verliess er den Platz dreimal als Sieger. Ebenfalls zur Auszeichnung reichte es Jan Walker und Stephan Grab, wozu Adrian Horath ein Viertelspunkt fehlte. Pech hatte Samuel Steinauer, der den letzten Gang um die Auszeichnung verletzungsbedingt abbrechen musste.
Eine Auszeichnung in Ibach
Am Frühjahrsschwinget in Ibach holte Mike Schuler für den Schwingklub Einsiedeln die Kastanien aus dem Feuer und gewann dank zwei Siegen im Ausstich gerade noch die Auszeichnung, wofür dem 17-jährigen Cyrill Styger in der Endabrechnung lediglich ein Viertelspunkt fehlte. Andrin Kauflin erreichte ebenfalls den Ausstich, doch das Unentschieden zuletzt warf ihn zurück. Sieger wurde der Urner Eidgenosse Lukas Bissig mit sechs einwandfreien Siegen. Im Schlussgang bezwang er den einheimischen Eidgenossen Silvan Appert. Auf dem zweiten Rang klassierte sich Lukas von Euw vor dem zweifachen Saisonsieger Lukas Heinzer. Michael Gwerder, der zweite Eidgenosse im Teilnehmerfeld, kam nach der Startniederlage gegen Lukas Bissig zu fünf Siegen.
Werner Schönbächler