Michael Gwerder und Lukas Heinzer teilten sich den Sieg

Muotathaler-Schwinget vor 500 Zuschauern mit Einsiedlern

Fabian Birchler (rechts) im Kampf gegen Christoph Waser

Michael Gwerder, der im Schlussgang mit seinem Klubkollegen Silvan Appert die Punkte teilte, musste den Sieg mit Lukas Heinzer teilen. Für den Schwingklub Einsiedeln gab es vier Auszeichnungen.

W.S. Bei kühlen Temperaturen und Nieselregen wollte vor allem zu Beginn keine Feststimmung aufkommen. 

 112 Schwinger hatten eine weitere Möglichkeit, ihre Form vor Beginn der Kranzfeste zu testen. Dabei nahmen die meistgenannten Favoriten von Beginn weg das Geschehen fest in ihre Hände, was die Zwischenrangliste nach vier Gängen widerspiegelte. So kam es nicht überraschend, dass die beiden einzigen Eidgenossen Michael Gwerder und Silvan Appert das Rennen um die Schlussgangteilnahme machten. Dabei konnte sich Gwerder ein Unentschieden für den Tagessieg leisten. Da er und sein Gegner die Note 8.75 erhielten, konnte Lukas Heinzer zu ihm aufschliessen. Die beiden Gewinner kamen zu ihrem zweiten Saisonsieg und sind für die Schwyzer grosse Hoffnungen.  

Der 25-jährige Michael Gwerder hinterliess einen starken Eindruck und startete mit den Siegen gegen Christoph Waser, den er mit einem bilderbuchmässigen Kurz ausmanövrierte, und den Emmentaler Martin Sommer ausgezeichnet in den Wettkampf. Den zu Beginn stark auftrumpfenden Berner Fabian Aebersold liess er in engen Griffen keine Chance und konnte ihn am Boden zum Resultat überdrehen. In den beiden nächsten Duellen gegen Lukas Heinzer und Benno Heinzer musste er für den Erfolg all seine Kräfte aufbieten.

Dass Silvan Appert nach Ibach erneut im Schlussgang stand, ist keine Überraschung. Mit seinen vielseitigen Standschwüngen bearbeitete er seine Gegner bis zu deren Kapitulation. Dass er sich auch in der Bodenarbeit auskennt, zeigte er gleich zu Beginn gegen Christan Bucher. Auf dem Weg in den Schlussgang blieb er drei weitere Mal siegreich und brachte einzig gegen Benno Heinzer kein Siegesresultat zustande.

Lukas Heinzer, der bereits den Sarner Hallenschwinget gewann, liefert eine weitere Kostprobe seines Könnens. Neben der einzigen Niederlage gegen Michael Gwerder behielt er fünfmal Oberhand. Dem Zuger Christian Buchler gelang es neben dem Berner Leichtgewicht Fabian Aebersold in die Schwyzer Phalanx einzubrechen.

Vier Auszeichnungen

Für die Aktiven des Schwingklubs Einsiedeln gab es keine Spitzenklassierungen. Doch mit vier gewonnenen Auszeichnungen durfte sich der Leistungsausweis sehen lassen. Der 21-jährige Kevin Steinauer, der die letzte Saison wegen Knieproblemen verpasste, scheint langsam in Fahrt zu kommen. Nach einem verhaltenen Anschwingen mit den Gestellten gegen Raphael Waser und Adrian Bürki hatte er vor dem Ausstich das Messer am Hals. Mit zwei Siegen gegen Janik Kiser und Sebastian Gander gab es für ihn einen versöhnlichen Abschluss. Der Alpthaler Daniel Steiner machte seine für Schwingerverhältnisse eher bescheidenen Körpermasse mit seiner soliden Technik wett. Dabei trotzte er dem Emmentaler Kranzer Adrian Aebersold ein beachtliches Unentschieden. Zuletzt konnte er sich gegen Cyrill Laimbacher durchsetzen. Fabian Birchler machte nach einem mässigen Start mit zwei Siegen Terrain gut. Im Ausstich wurde ihm grobes Geschütz vorgesetzt. Nach dem Gestellten gegen den Zuger Roland Bucher brachte er den 130-Kilo-Brocken Christoph Waser in einem auf Biegen und Brechen geführten Duell mehrmals an den Rand einer Niederlage, musste aber letztlich die Punkte teilen, was ihn um eine bessere Klassierung brachte.  Der 19-jährige Spenglerlehrling Reto Pfyl holte gerade noch die letzte Auszeichnung. Er stellte mit den Gästekranzern Adrian Aebersold und Janis Schick, womit er seine Fähigkeiten andeutete. Um einen vorderen Platz musste er gegen die grosse Schwyzer Hoffnung Patrik Laimbacher den Kürzeren ziehen. Pech hatte Andrian Kauflin, dem für den Gewinn der Auszeichnung lediglich ein Viertelspunkt fehlte. Jan Walker musste zuletzt dem köperlich überlegenen Timon Brunner nach zähem Widerstand die Siegespunkte überlassen. Die Jungschwinger Adrian Horath und Cyrill Styger zeigten erfrischendes Schwingen und deuteten dabei ihre Möglichkeiten an.

Werner Schönbächler