Martin Schönbächler holte sich den Kranz
116. St. Galler Kantonalschwingfest in Schmerikon vor 5’500 Zuschauern
Martin Schönbächler erkämpft sich den Kranz
Martin Grab im Duell gegen Armon Orlik
Mit Übersprung sorgte Werner Schlegel für die Entscheidung. Damian Ott musste sich im Schlussgang nach 6:21 Minuten geschlagen geben. Martin Schönbächler begeisterte mit seiner offenen Schwingweise.
W.S. Nach 2024 realisierte der Toggenburger Werner Schlegel seinen zweiten Triumph am St. Galler Kantonalen, was insgesamt der zehnte «Wurf» an einem Kranzfest und zugleich der 40. Kranzgewinn des 23-jährigen Sennenschwingers war. In einem offenen Duell teilte Schlegel die Punkte zum Auftakt mit Armon Orlik. In der Folge steigerte sich der 118 kg schwere und 188 cm grosse Athlet von Gang zu Gang. Keiner der nächsten vier Gegner hatte so mehr den Hauch einer Chance. Dabei gelang ihm der erste Sieg gegen Damian Ott und das nach einem zweiwöchigen Ausfall nach einer Verletzung.
Schlussgang-Verlierer Damian Ott lag nach fünf Siegen allein an der Spitze. Mit dem Bonus von einem halben Punkt Vorsprung konnte er den Schlussgang mit viel Zuversicht in Angriff nehmen. Ein Unentschieden hätte ihm für den Tagessieg genügt. Doch diesen Vorteil gab er aus den Händen und belegte nach der Niederlage den Ehrenplatz.
Armon Orlik verdiente sich nach einem etwas knorzigen Anschwingen mit vier Siegen und zwei Unentschieden den dritten Rang. Seine Aufholjagd wurde etwas überraschend durch Verteidigungskünstler Andrin Habegger gestoppt. Er mühte sich mit ihm vergeblich über sechs Minuten ab. Damit musste er bereits nach dem dritten Durchgang seine Siegeshoffnungen begraben.
Schönbächler begeisterte
Das Gäste-Trio des Schwingklubs Einsiedeln vermochte besonders zu Beginn das Geschehen in den Sägemehlringen zu beleben und machte mit ihrer unbekümmerten Schwingweise viel Freude. Der 18-jährige Martin Schönbächler beeindruckte die Zuschauer, wie schon an seinen bisherigen drei Kantonalfesten, an denen er das Eichenlaub holte. Er startete mit der Höchstnote gegen Janosch Kobler furios in den Wettkampf. In einer hart geführten Begegnung leistete er Damian Ott harten Widerstand und setzte selber Akzente, ehe er in der letzten Minute den Kürzeren ziehen musste. Nach dem Sieg gegen Adrian Elmiger bodigte er den Verbandskranzer Pascal Heierli mit einer Kurz-Kreuzgriff-Kombination kurz vor dem Ende. Im Duell gegen Armon Orlik verlangte er dem «König» alles ab und musste ihm erst in der letzten Minute kapitulieren. Dabei beschränkte e sich keineswegs aufs Verteidigen, sondern griff selber an, was ihm viel Applaus einbrachte. Zuletzt bodigte er Peter Tischhauser mit Kurz und Vervollständigen am Boden. Diese Tatsache bedeutete die bereits vierte «Lorberr-Auszeichnung» in dieser Saison. Dabei konnte er mit zwei Eidgenossen und zwei Verbandskranzern ein «starkes» Nodenblatt» vorweisen. Mit seinen bisher starken Leistungen liegt er in der Jahreswertung, der Punkteliste des Eidgenössischen Schwingerverbandes, an zwölfter Stelle von 250 klassierten Schwingern.
Grab zuletzt unglücklich
Martin Grab startete mit dem Sieg gegen Manuel Weber vielversprechend. In einem hochstehenden Duell brachte er Armon Orlik zum Verzweifeln. Es gelang ihm, sich mehrmals aus brenzligen Situationen herauszuwinden. In der vierten Minute war es dann um ihn geschehen. Nachdem er Lukas Steiner gebodigt hatte, trennte er sich mit dem Rheintaler Fabian Ulmann resultatlos. Mit einem weiteren Sieg gegen Ramon Giger brachte er sich für den Kranzgewinn in eine günstige Ausgangslage. Wie nahe Erfolg und Misserfolg beieinander liegen, musste er gegen Pascal Heierli zur Kenntnis nehmen. Trotz grosser Bemühungen wollte ihm der entscheidende Wurf einfach nicht gelingen und musste mit einer keineswegs zwingenden Niederlage seine Kranzambitionen begraben.
Das gleiche Verdikt traf auf Fabian Birchler zu. Der Trachslauer verlor zum Abschluss gegen Fabian Ulmann nach einem ausgeglichenen Duell und musste ohne Kranz heimkehren. Dabei zeigte er eine insgesamt solide Leistung. Neben den weiteren Niederlagen gegen den Eidgenossen Domenic Schneider und den Verbandskranzer Patrick Kurmann heimste er drei Siege ein.
Werner Schönbächler