Martin Schönbächler klassierte sich im zweiten Rang
Berner-Machtdemonstration am Hallenenschwinget Niederurnen
Martin Schönbächler siegt gegen Reto Walther
Fabian Birchler und Reto Walther teilen sich die Punkte
Im reinen Berner-Schlussgang setzte sich Adrian Walther gegen Florian Aellen durch und siegte mit dem Punktemaximum von 60 Zählern. Martin Schönbächler und Fabian Birchler klassierten sich weit vorne.
W.S. Wenn der Hallenschwinget in Niederurnen ausgetragen wird, ist die Freiluftsaison nicht mehr allzu weit weg. 79 Wettkämpfer unterzogen sich vor 350 Zuschauern einem Formtest. Dabei gaben die geladenen Berner Gäste und die Vertreter des Schwingklubs Einsiedeln klar den Ton an. Der 24-jährige Berner Spitzenschwinger Adrian Walther war eine Klasse für sich und konnte diesen Anlass zum dritten Mal in Serie gewinnen. Er zeigte dabei nicht die geringste Schwäche und hatte seine Kontrahenten jederzeit im Griff. Dass sich vier Berner in den ersten vier Rängen klassierten, widerspiegelt ihre momentane Mannschaftsstärke.
Einsiedler redeten mit
Nach mehreren Rücktritten von jahrelangen Leistungsträgern deutete einiges darauf hin, dass der Schwingklub Einsiedeln an Schlagkraft einbüssen wird. Umso bemerkenswerter war die Leistung der Jungmannschaft im Glarner Land, deren Ältester Fabian Birchler erst 26 Jahre alt ist. Sie vermochten das Geschehen in allen sechs Gängen vorne mitzuprägen und erschwangen sich vordere Ränge. Der 18-jährige Martin Schönbächler machte nach seinem Startunentschieden in den nächsten drei Gängen mit den Höchstnoten gegen Lorenz Wanner und Reto Walther viel Terrain gut und war in der Spitzengruppe anzutreffen. Mit dem Unentschieden gegen Adrian Reichenbach verpasste er den möglichen Schlussgang. Mit einem wuchtigen Zehnerwurf gegen Dario Schaftroth klassierte er sich zusammen mit Janosch Kobler im zweiten Rang. Der Trachslauer Kranzer Fabian Birchler lag vor dem Ausstich mit drei Siegen und der Niederlage gegen Adrian Walther in Lauestellung. Trotz des Sieges gegen Marc Hänni reichte es ihm nicht für den Schlussgang. Zuletzt trennte er sich mit Reto Walter nach einem kampfbetonten Gang resultalos und wurde Vierter.
Der unermüdliche Bennauer Draufgängen Jan Walker, der auch auf der Ringermatte eine gute Figur abgibt, bekam es mit starken Konkurrenten zu tun. In einer hochstehenden Begegnung trotzte der dem höher eingestuften Ramon Betschart, der sich letztes Jahr an den Weltmeisterschaften im Ringen im fünften Rang klassierte, ein beachtliches Unents chieden ab. Mit einer Zehn gegen den Glarner Joel Freuler beendete er seinen gelungenen Wettkampf. Samuel Steinauer versteht es immer wieder seine körperlichen Nachteile mit einer guten Technik wettzumachen. Nicht anders war es auch diesmal. Nach guter Vorarbeit musste er um eine vordere Klassierung gegen Ramon Betschart erst nach harter Gegenwehr den Kürzeren ziehen. Die beiden Alpthaler Daniel und Mathias Steiner konnten einige Farbtupfer setzen und dabei wichtige Erfahrungen sammeln. Beide sind noch keine 18 Jahre alt. Joel Gian Botta machte erstmals bei den Aktiven mit und musste noch unten durch.
Wenn man in den Statistiken der letzten Jahre wühlt, stellt man fest, dass die Einsiedler schon lange nicht mehr so gut in Niederurnen abgeschnitten haben. Von diesen Wettkämpfern darf man sich jedenfalls auf weitere gute Schwingerkost freuen.
Klubschwinget als weiterer Formtest
Am nächsten Freitagabend führt der Schwingklub Einsiedeln im Schwingerlokal der Brüelturnhalle seinen Klubschwinget durch. Zwei Wochen vor dem ersten Freiluftanlass, dem Frühjahrsschwinget in Oberarth, besteht für die Schwinger eine weitere Möglichkeit, zu testen, wo sie stehen. Dieser Anlass ist für Schwinger und Besucher Gängen immer wieder ein geselliger Anlass in gemütlicher Runde. Die Verantwortlichen hoffen auf zahlreiche Zuschauende und rassige Zweikämpfe. Der Beginn ist auf 19 Uhr angesetzt.
Werner Schönbächler