Sieg für Marcel Räbsamen am Berchtoldschwinget in Zürich

Silvan Steinauer holte sich bei den Aktiven gleich die Auszeichnung

Energischer Kurzzug von Silvan Steinauer

Adrian Horath (hinten) im Angriff

Im Schlussgang genügte dem Ostschweizer Marcel Räbsamen gegen Nick Alpiger ein Unentschieden für den Tagessieg. Der 15-jährige Willerzeller Silvan Steinauer überraschte bei seiner ersten Teilnahme bei den Aktiven gleich mit dem Gewinn der Auszeichnung.

W.S. Bevor die Schwinger in die Zwilchhosen stiegen, wurde es still in der Saalsporthalle Zürich. Alle Zuschauer erhoben sich und gedachten der Opfer und Angehörigen der schrecklichen Brandkatastrophe in Crans-Montana.

Dass der Berchtoldschwinget auch bei seiner 128. Austragung nichts von seinem Stellenwert eingebüsst hat, bewies der Aufmarsch von 1’300 Zuschauenden, die dem ältesten Indoor-Anlass im Schwingen die Ehre erwiesen. Unter den 127 Schwingern, wovon vier eidgenössische Kranzträger, waren viele Jungschwinger dabei, was zeigt, dass der Schwingsport lebt.

Bereits bei Halbzeit deutete vieles auf einen Sieg von Marcel Räbsamen oder Nick Alpiger hin, die mit drei Siegen das Klassement anführten. Mit zwei weiteren Erfolgen erreichten sie im Gleichschritt den Schlussgang. Da Räbsamen die höhere Punktzahl aufwies, genügte ihm ein Gestellter für den Tagessieg, was ihm problemlos gelang. Der letztjährige Co-Sieger am Schwägalpschwinget erwischte mit den beiden Höchstnoten gegen Hugo Schläfli und Nicola Wey einen Start nach Mass.  Der Kopfgriff-Spezialist kam in der weiteren Folge auch gegen Dario Zbinden, Christian Lanter und Ivan Felder zu meist problemlosen Siegen. Nick Alpiger, Sieger von 2025, holte ebenfalls fünf Siege, doch blieben ihm die Maximalnoten versagt. Zu Beginn konnte er das Eidgenossen-Duell gegen Martin Roth zu seinen Gunsten entscheiden und bezwang auch seine nächsten vier Kontrahenten mit seiner ausgeklügelten und wirkunbgsvollen Bodenarbeit.  

Bester Innerschweizer blieb der Engelberger Dominik Hess mit vier Siegen und den beiden Punkteteilungen gegen Karim Leuppi und den Eidgenossen Fabian Kindlimann, der den Wettkampf verletzungsbedingt aufgeben musste.

Geglückter Einsatz

Der Willerzeller Silvan Steinauer trat erstmals bei den Aktiven an. Dabei schlug sich der noch nicht 16-jährige Maurerlehrling mit Bravour. Dass er das Schwingen beherrscht und über ein solides technisches Rüstzeug hat, kam schon bei seinen Einsätzen als Jungschwinger immer wieder zum Vorschein. Nachdem er mit dem Sieg gegen Roman Joos begann, hatte er nach drei Gestellten das Messer am Hals und musste alles auf eine Karte setzen. Mit dieser Taktik bodigte er Sven Kennepohl sowie Dominik Brunner und machte dabei viel Terrain gut. Der verdiente Lohn war der Gewinn der Auszeichnung im achten Rang.

Um nicht viel stand ihm der Alpthaler Adrian Horath nach. Der 17-jährige Forstwartlehrling bereitete seinen Gegnern mit seinem Spezialschwung, dem Brienzer, mehr Kopfzerbrechen als ihnen lieb war. Mit je drei Siegen und Niederlagen fehlte ihm in der Endabrechnung lediglich ein halber Punkt für die Auszeichnung.

Mit Cornel Laimbacher machte sich ein weiterer noch nicht ganz 16-Jähriger Schwyzer mit vier Siegen und zwei Niederlagen bemerkbar. Damit klassierte er sich im fünften Rang. Für die Schwyzer, die drei Startplätze hatten, war es ein gelungener Einstand in die Saison 2026, mit dem Kilchberger-Schwinget als Höhepunkt.

Start für die Jungschwinger

Nach einer mehrwöchigen Trainingspause beginnt für den Nachwuchs des Schwingklubs Einsiedeln wieder das Training. Unter der bewährten Leitung von Remo Kryenbühl, Koni und Alex Schuler wird den Anfängern das Einmaleins des Schwingens beigebracht und das technische Rüstzeug erweitert. Daneben wird Wert daraufgelegt, ein faires und kameradschaftliches Verhalten zu lernen, das von gegenseitigem Respekt und Achtung geprägt ist.

In Anbetracht der hohen Anzahl von Jungschwingern wird das Training in zwei Altersgruppen durchgeführt. Am Donnerstag, 8. Januar, sind die älteren Jungschwinger (Jahrgänge 2011 bis 2014) und am Dienstag, 13. Januar, die Jüngeren (Jahrgänge 2015 bis 2018) an der Reihe. Die Trainings werden im Schwingerlokal der Brüelturnhalle, Beginn 18.30 Uhr, ausgetragen. Dabei sind auch neue Gesichter herzlich zum Mitmachen eingeladen.  

Werner Schönbächler