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Stoos

Samstag, 26. Juni 2021

1 Kranz

Bereits nach 34 Sekunden entschied Joel Wicki den Schlussgang mit einem perfekten Kurzzug gegen Sven Schurtenberger und gewann damit den Bergklassiker Stoos nach 2017 und 2019 zum dritten Mal.

W.S. Die Lockerung der Covid-Massnahmen waren für die Organisatoren zu kurzfristig, um noch planerische Änderungen vornehmen zu können. So wurde der Bergklassiker auf den Sportanlagen Wintersried in Ibach ohne Publikum ausgetragen. Nach der langen Wettkampfpause war der Bergklassiker für viele Schwinger gleich beim ersten Fest ein Härtetest. So war es nicht verwunderlich, dass sich viele Akteure zu Beginn noch zurückhielten und viele Unentschieden zu verzeichnen waren. Doch allmählich war von dieser Blockade nichts mehr zu spüren.

Überlegener Wicki

Joel Wicki verkörperte eine Klasse für sich und war unbestritten der beste Schwinger. Keiner der ihm in der ersten Hälfte zugeteilten Gegner hatte eine Chance gegen den Erstgekrönten des Eidgenössischen 2019 . Als Favorit gestartet, erfüllte er die ihn gesetzten Erwartungen. In den verschiedensten Varianten bezwang der 24-jährige Entlebucher Matthias Aeschbacher, Stéphane Haenni und Christian Schuler nach kurzer Gegenwehr. Einzig die Verteidigung des defensiv eingestellten Fabian Staudenmann, der die Griffe immer wieder fahren liess, konnte er nicht durchbrechen. Um die Schlussgangteilnahme musste der Berner Überraschungsmann Jan Wittwer gegen ihn kapitulieren. Mit diesem überzeugenden Triumph hisste er sich in die Favoritenrolle des am nächsten Sonntag auf dem gleichen Festareal stattfindenden «Innerschweizerischen». Am Sonntag bewies Joel Wicki viel taktischen Geschick bei seinem zwölften Kranzfestsieg.

Nicht zum ersten Mal traf das Entlebucher Kraftpacket im Schlussgang auf den Hünen Sven Schurtenberger, der mit einem Sieg wenige Sekunden vor dem Ende gegen Curdin Orlik begann und darauf unerwartet von Jan Wittwer gebodigt wurde. Mit drei Siegen erreichte er dennoch den Schlussgang und hatte dabei das Glück des Tüchtigen manchmal auf seiner Seite. Für einen weiteren Lichtblick sorgte der Zuger Marcel Bieri. Neben der Niederlage gegen Reto Nötzli und dem Unentschieden gegen Matthias Aeschbacher, dem er am «Eidgenössischen» noch unterlegen war, bewerkstelligte er vier Siege

Nachdem die Berner nach einem guten Anschwingen zwischenzeitlich in ihrem Stolz verletzt wurden, mobilisierten sie zuletzt sämtliche Reserven und konnten so vieles ins Positive umwandeln. Der ungeschlagene Kilian von Weissenfluh sorgte mit zwei Siegen im Ausstich für einen versöhnlichen Abschluss und auch Matthias Aeschbacher brachte ein Sieg zuletzt noch weit vorne. Als einziger Südwestschweizer holte sich Lario Kramer, der Überraschungssieger von 2018, mit zwei Zehnerwürfen in den beiden letzten Durchgängen den «Kopfschmuck».

Schuler mit Kranz

Der Rothenthurmer Christian Schuler begann mit zwei Siegen gegen Kilian Colo, den er für den kurzfristigen abgemeldeten Eidgenossen Benjamin Gapany zugeteilt erhielt, und den Luzerner Eidgenossen René Suppiger vielversprechend. Nach der Niederlage gegen Joel Wicki musste er mit den Bernern Patrick Gobelin und Dominik Gasser die Punkte teilen. Besonders gegen Gasser wirkte er etwas ratlos. Doch zuletzt wie er Victor Cardinaux in die Schranken und holte mit der Höchstnote den Kranz.

Bester Schwyzer blieb Reto Nötzli mit einem fulminanten Finish mit zwei Siegen. Der Pfäffikoner sorgte bereits im Anschwingen mit Siegen gegen die beiden Eidgenossen Steve Duplan und Marcel Bieri für Schlagzeilen. Mike Müllestein konnte sich dank guter Noten und ohne Niederlage zuletzt gegen Fabian Staudenmann für den Kranzgewinn einen Gestellten leisten. Der 24-jährige Gersauer Marco Ulrich trotzte dem höher eingestuften Benji von Ah ein beachtliches Unentschieden ab. Mit dem Gewinn dieses Eichenlaubs wird er künftig als Kranzer mit zwei Sternen aufgeführt.

Pech hatte der 21-jährige Eidgenosse Michael Gwerder, der nach einem starke Beginn mit zwei Siegen nach der Niederlage im vierten Gang wegen einer Knieverletzung auf die weitere Fortsetzung verzichtete. Den Muotathaler Carlo Gwerder erwischte es gleich zum Auftakt mit einer  Halswirbelfraktur.

Andere Einsiedler im Ausstich

Vom Quartett des Schwingklubs Einsiedeln erreichten alle den Ausstich, was an einem Bergfeste keine Selbstverständlichkeit ist. Der zweifache Eidgenosse Alex Schuler musste um den möglichen Kranzgewinn im Ausstich mit dem Eidgenossen Christian Gerber und Sven Hofer die Punkte teilen. Auch zuvor blieb er mit je zwei Siegen und Unentschieden ungeschlagen. Adrian Steinauer lief es bis zum vierten mit drei Niederlagen und einem Sieg nicht gerade verheissungsvoll. Doch mit zwei Erfolgen gegen die Westschweizer Johann Borcard und Kilian Colo konnte er viel Boden gutmachen. Nicht besser erging es Roland Kälin, der in den ersten drei Gängen bös unten durch musste.

Zehn Kränze

Die Innerschweizer hinterliessen einen starken Gesamteindruck, was sich in der Kranzstatistik widerspiegelt. Sie holten zehn Kränze, die sich Luzern (5), Schwyz (4) und Zug (1) untereinander aufteilten, und hatten damit doppelt so viele wie der Berner. Die Südwestschweizer mussten mit einem «Exemplar» die Heimreise ebenfalls nicht leer antreten.

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