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Schwyzer Galgenen

Sonntag, 12. Mai 2024

Sieg für Christian Schuler

Christian Schuler mit Siegermuni und Züchter Andi Höfliger

Im Schlussgang gegen Patrick Betschart

Christian Schuler auf den Schultern seiner Kameraden

Jungtalent Martin Schönbächler mit herrlichem Kurzzug

Routinier Adi Steinauer haut seine Gegner noch immer um

Fabian Birchler, Christian Schuler, Adi Steinauer und Florian Grab freuen sich über den Kranz

Christian Schuler hielt Ansturm der Jungen stand

100. Schwyzer Kantonales Schwingfest in Galgenen vor 4'550 Zuschauern

 

Der 36-jährige Christian Schuler bodigte im Schlussgang nach 4:13 Minuten Patrick Betschart mit Kniestich und kam damit nach 2010, 2011 und 2021 zu seinem vierten Sieg. Für den Schwingklub Einsiedeln gab es vier Kränze.

W.S. Beim zweiten Kantonalfest in der Innerschweiz sah es für die Gastgeber nach drei Gängen vielversprechend aus. Patrick Betschart holte alle möglichen Punkte und führte vor Christian Schuler. Ebenfalls noch eine reine Weste hatte Marco Fankhauser, der vor dem Ausstich die alleinige Führung übernahm. Die Schwyzer manövrierten sich in eine günstige Ausgangslage. Schliesslich machten Christian Schuler und Patrick Betschart das Rennen um die Schlussgangteilnahme.

Souveräner Auftritt

Christian Schuler bewies mit seinen 36 Jahren, dass er schwingerisch nicht zum alten Eisen zählt und nach wie vor an der Spitze mitzuhalten vermag. Solche Leistungen sind nur dank eines zielgerichteten Trainings möglich. Bereits zum Auftakt deutete er seine Siegesabsichten an. Wie er die beiden aufstrebenden Luzerner Roman Wandeler und Simon Schmid in seinem unverkennbaren Schwingstil und festen Griffen aushebelte, war Klasse. Im vorgezogenen Schlüsselduell bezwang er den dreifachen Glarner Roger Rychen mit Kreuzgriff. Die beiden standen sich schon letzte Saison zweimal gegenüber. Auf der Schwägalp siegte Schuler und am Unspunnen-Schwinget Rychen. Dass ein gelungenes Anschwingen bereits die halbe Miete wert sein kann, bewahrheitete sich einmal mehr. Obschon er den zähen Entlebucher Josef Lustenberger nach allen Regeln der Schwingkunst bearbeitete, verliefen alle Bemühungen im Sande. Doch mit der Höchstnote gegen Martin Felder stand das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Er erreichte damit nach einem dreijährigen Unterbruch wieder den Schlussgang an seinem eigenen Kantonalfest.

Aufsteiger der Schwyzer

Der 24-jährige Patrick Betschart hat sich in den beiden letzten Jahren zu einer wichtigen Stütze der Schwyzer entwickelt. Nachdem er am letztjährigen Unspunnen-Schwinget gegen starke Kontrahenten bestklassierter Schwyzer blieb, hat er auf diese Saison hin nochmals einen Sprung nach vorne gemacht. Mit den Höchstnoten gegen Reto Fankhauser, Pascal Röthlin und Ramon Bühler war er der Mann der ersten Hälfte. In einer offenen Begegnung wurde er vom Entlebucher Marco Fankhauser wie aus heiterem Himmel ausgekontert. Doch liess er sich deswegen nicht entmutigen und holte gegen Roland Reichmuth nach turbulenten Szenen die für den Schlussgang benötigte Maximalnote. Nachdem sich die beiden bereits am diesjährigen Muotathaler Rangschwinget um den Tagessieg resultatlos trennten, war man auf die erneute Auflage dieses Duells besonders gespannt. Dabei ging es voll zur Sache. Nachdem Betschart mit Übersprung gefährlich angriff, blieb der Gang weiter offensiv. In der fünften Minute konnte Schuler einen Kurzzug Betscharts mit einem klassischen Kniestich erfolgreich kontern.

Damit erhöhte der fünffache Eidgenosse seine Kranzsammlung auf stolze 116 «Exemplare» und stand zum 18mal auf dem Siegerpodest. «Für mich war der Sieg nach drei Jahren ein grosser Erfolg. Vielleicht war es ein Vorteil, dass ich mit Patrick Betschart in Muotathal zu keinem Resultat kam», kommentierte er seinen Sieg. Weiter freute er sich, dass er den Angriff der Jungen abwehren konnte.

Mike Müllestein klassierte sich mit den beiden Gestellten gegen Marcel Bieri und Marco Fankhauser auf dem alleinigen zweiten Platz. Mit dem gleichen Leistungsausweis teilten sich Michael Gwerder, Samuel Schwyzer und Adrian Steinauer den dritten Rang.

Die 40 abgegeben Kränze verteilten sich wie folgt auf die Kantonalverbände: Schwyz 16, Luzern 12, Zug 6, Uri 2, Ob- und Nidwalden 3 sowie Glarus 1.

Erfolgreiche Einsiedler

Die Aktiven des Schwingklub Einsiedeln holte sich vier Kränze und blieben damit hinter dem Mythenverband (7) der zweit erfolgreichste Schwyzer Klub.. Der Willerzeller Adrian Steinauer, der seit ein paar Jahren in Vorderthal wohnt, überraschte mit einer starken Leistung. Nach dem Startsieg gegen Fabian Scherrer teilte er die Punkte mit Sven Wyss und reihte vor der Mittagspause David Zanini zu den Verlierern. Wie er dann den Zuger Co-Favoriten Marcel Bieri stoppte, war recht beeindruckend. Er beschränkte sich nicht nur aufs Verteidigen, sondern ergriff selber die Initiative. Mit zwei Höchstnoten im Ausstich gegen Luc Bissig und Roman Wandeler sicherte er sich ein sonniges Plätzchen in der Schlussrangliste. «Das Krafttraining

während der Wintermonate hat mir sehr viel gebracht», sagte er. Dies hat allerdings einen Grund: Wegen Kniebeschwerden musste er das Training etwas umstellen. Der 32-jährige Sennenschwinger holte sich seinen 38. Kranz.

Florian Grab vermochte seine starke Leistung am Zuger Kantonal zu bestätigen. Der 2.02 grosse Rothenthurmer bearbeitete seine Gegner unablässig mit Übersprung und weiteren Varianten. Dabei liess er sich bei seinen vier Siegen lauter Maximalnoten schreiben. Einzig gegen Lukas Bissig und Martin Felder musste er sich das Sägemehl vom Rücken wischen lassen. In den beiden letzten Gängen liess er nichts anbrennen und bezwang André Bucher und Leon Riebli.

Der Trachslauer Fabian Birchler musste an den letzten Kranzfesten öfter hartes Brot essen. Doch diesmal ging die Rechnung für ihn auf. Mit drei Siegen und der Niederlage gegen den Hünen Sven Schurtenberger war er nach vier Gängen weit vorne anzutreffen, sodass der Kranz in Reichweite lag. Nach der Niederlage in einem Abnützungskampf gegen Ueli Rohrer reichte ihm zuletzt ein Unentschieden gegen Fabian Kempf zu seinen zweiten Kranzgewinn. Vor zwei Jahren konnte er sich erstmals den «Kopfschmuck» am Tessiner Kantonalen aufs Haupt setzen lassen.

Pech hatte der zweifache Eidgenosse Alex Schuler, dem für den Kranzgewinn lediglich ein Viertelspunkt fehlte. Wie schon am Zuger Kantonalen blieb er mit je drei Siegen und Unentschieden ungeschlagen, wobei ihm auch diesmal wieder die Höchstnoten fehlten. Der Willerzeller Kevin Steinauer verlor nach guter Vorarbeit zuletzt um den Kranz nach einer kampfbetonten Begegnung gegen Sandro Graber.

Der bald 17-jährige Martin Schönbächler schnupperte ebenfalls am Kranzgewinn. Obschon er im entscheidenden letzten Duell den Verbandskranzer Thomas Bucher an den Rand einer Niederlage brachte, musste er zuletzt kapitulieren. Das Bennauer Leichtgewicht Jan Walker duellierte sich um den Kranzgewinn mit dem Entlebucher Josef Lustenberger und verlor erst nach harter Gegenwehr.

Daniel Schuler, Reto Pfyl, Thomas Schuler, Samuel Steinauer, Daniel Schuler und Stephan Grab waren ebenfalls bis zum Schluss dabei. Pech hatten Christian Lagler und Adi von Euw, die den Wettkampf unfallbedingt frühzeitig beenden musste. Den erst 17-jährigen Samuel Steinauer erwischte es im letzten Gang. Er musste mit Verdacht auf eine Ellbogenverletzung hospitalisiert werden.

Werner Schönbächler

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