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Schwyzer

Sonntag, 18. Juli 2021

6 Kränze

Der 33-jährige Christian Schuler konterte im Schlussgang einen Kurz von Toni Omlin nach 60 Sekunden mit Gammen und kam damit nach 2010 und 2011 zu seinem dritten Sieg.

W.S. Infolge des zu stark durchnässten Platzes konnte das bisherige Schwingergelände in Ibach nicht genutzt werden. Auf einem kurzfristig hergerichteten Nebenplatz fanden die Schwinger allerdings ideale Verhältnisse vor. Nach der krankheitsbedingten Absage von Mike Müllestein standen noch drei Eidgenossen im 206-köpfigen Teilnehmerfeld. Obschon Christian Schuler zusammen mit Pirmin Suter und Patrick Betschart nach drei Gängen in Front lag, hatte die Zwischenrangliste noch kein Profil. Die Spreu begann sich nur allmählich vom Weizen zu trennen. Vor dem alles entscheidenden Ausstich wurden die Aktien von Christian Schuler mit vier Siegen am höchsten gehandelt. In Tuchfühlung blieb mit ihm von den Hauptfavoriten Reto Nötzli.

Um die Schlussgangteilnahme bodigte Christian Schuler in Windeseile Reto Bürgi mit Kurz. Als sein Widersacher kristallisierte sich der achtfache Obwaldner Kranzer Toni Omlin mit einem Zehnerwurf gegen Marcel Arnold heraus. Er erhielt gegenüber dem punktegleichen Nichtkranzer Josef Lustenberger den Zuschlag.

Kompromisslose Schwingweise

Christian Schuler realisierte nach dreijährigem Unterbruch wieder einen Sieg an einem Kranzfest. Dabei repräsentierte er eine Klasse für sich und liess keinen Moment Zweifel über sein Siegesvorhaben aufkommen. Zwar brachte ihn Urs Doppmann zum Auftakt in eine brenzlige Situation,  ehe er den Spiess mit Wyberhaken zu seinen Gunsten umdrehen konnte. Mit explosiven Zügen, entweder mit Kurz oder Wyberhaken, beförderte er innert Kürze Thomas Bucher und Pirmin Suter auf den Rücken. Der Marketing-Fachmann wirbelte wie zu seinen besten Zeiten und überzeugte auch im taktischen Bereich. «Im Schlussgang konzentrierte ich mich auf meine Stärken und nahm das Geschehen von Beginn weg in die Hände.» Es sei für ihn an diesem Tag einfach alles aufgegangen. In dieser Verfassung darf dem mittlerweile 16-fachen Kranzfestsieger noch der einer andere Coup zugetraut werden.

Der 33-jährige Toni Omlin, der kein unbeschriebenes Blatt ist und schon manchen Favoriten ärgerte, schlich nach der Punketeilung gegen Marco Wyrsch auf leisen Sohlen an die Spitze. Dabei nutzte er die Gunst der Stunde und rollte das Feld mit drei Siegen von hinten auf. Obschon ihn niemand auf der Rechnung hatte, erreichte er nicht unverdient erstmals in seiner Karriere den Schlussgang an einem Kranzfest.

Der Luzerner Urs Doppmann vermochte seine diesjährigen guten Ergebnisse auf eindrückliche Art zu bestätigen. Er liess sich von der Startniederlage nicht aus dem Konzept bringen und verliess in den nächsten Begegnungen den Platz als Sieger. Nach turbulenten Szenen gelang es ihm, den Eidgenossen Reto Nötzli am Boden zum siegbringenden Resultat zu überdrücken.

Beim Eidgenossen Reto Nötzli machten sich nach einem starken Start immer mehr die Strapazen des Vortages auf dem Weissenstein bemerkbar. Er verpasste die «Schlaufe» nach dem Unentschieden gegen Toni Kurmann um einen Viertelspunkt.

Mit sechs Kränzen erfolgreichster Schwyzer Klub

Neben dem Tagessieg von Christian Schuler holten sich noch fünf weitere Aktive des Schwingklubs Einsiedeln den Kranz. Erfreulicherweise gab es auch einen Neukranzer.

W.S. Vom Schwingklub Einsiedeln stiegen siebzehn Wettkämpfer in die breiten Zwilchhosen. Dabei hinterliessen sie einen starken Gesamteindruck und holten von den 15 Schwyzer Kränzen mit sechs den Löwenanteil, gefolgt vom Rigiverband (3), Küssnacht (3), Mythenverband (2) und March-Höfe (1). Leer gingen die durch viele Verletzungen geschwächten Muotathaler aus. Die übrigen Kränzen verteilen sich auf Luzern (11), Ob- und Nidwalden (5), Uri (3) und Zug 2).

Mit Adrian Steinauer sorgte ein Routinier, dass die Schlussrangliste Profil hatte. Der 31-jährige Sennenschwinger kam dem Start-Unentschieden gegen Martin Felder zu fünf Siegen. Dank seiner grossen Erfahrung bezwang er Michael Zurfluh und Jonas Troxler kurz vor Zeitablauf. Zuletzt erwischte er mit seinem Spezial-Armzug von Stand Josef Lustenberger.

Der 39-jährige Philipp Schuler begann mit zwei Höchstnoten vielversprechend und verschaffte sich damit eine solide Basis für den weiteren Verlauf. Es lag für ihn gar die Schlussgangteilnahme gegen seinen jüngeren Bruder Christian in Reichweite. Doch soweit kam es nicht, weil er gegen die Verteidigung von Roland Bucher, trotz ständiger Angriffe, kein Mittel fand. Zuletzt brachte ihm die Höchstnote gegen Laurin Vogel einen vorderen Rang ein. Nach etlichen Anläufen hat es für den 28-jährigen Christian Lagler endlich geklappt.

Der Baumaschinenmechaniker/Landwirt zeigte eine starke Leistung und nach fünf Durchgängen lag das Eichenlaub mit drei Siegen und zwei Unentschieden zum Greifen nahe. Den dafür benötigten Sieg bewerkstelligte er mit viel Geschick gegen Peter Zgraggen.

Mit seinem grossen Kampfgeist holte sich Roland Kälin seinen 14. Kranz. Nach zwei Siegen im Anschwingen teilte er sich in einem auf Biegen und Brechen geführten Duell gegen Toni Kurmann die Punkte. Vom übermächtigen Roger Bürli wurde er zu den Verlierern gereiht. Zuletzt musste er alles auf eine Karte setzen. In seiner unverkennbaren Art bearbeitete er Silvan Christen, bis dieser sturmreif war.

Dass der zweifache Eidgenosse Alex Schuler nie abgeschrieben werden darf, hat er einmal mehr unter Beweis gestellt. Nach vier Gängen stand er mit seinen für Schwingerverhältnisse eher bescheidenen Körpermassen mit einem Sieg und drei Unentschieden unter grossem Zugzwang. Mit zwei Maximalnoten reihte er sich unter die Kranzträger.

Pech hatte Markus Effinger, dem trotz der Höchstnote zuletzt ein Viertelspunkt für das Eichenlaub fehlte. Fabian Birchlers Hoffnung auf den «Kopfschmuck» zerschlugen sich nach der Niederlage im fünften Gang gegen Jonas Durrer. Doch gab es für ihn mit einer Zehn einen versöhnlichen Abschluss. Nach seiner verletzungsbedingten Pause konnte Adi von Euw um den Kranz schwingen. In der Begegnung gegen Samuel Schwyzer besass er Siegeschancen, musste aber den Kürzeren ziehen. Das gleiche Verdikt gab es für Michael Hess. Nachdem er sich in eine gute Ausgangslage manövrierte, musste er in der alles entscheidenden Begegnung gegen den Luzerner Martin Felder kurz vor Zeitablauf den Kürzeren ziehen.

Bei ihrem ersten Fest mit den Aktiven bereiteten Kevin Steinauer und Jan Walker viel Freude und waren wie auch der gebürtige Berner Jakob Gerber und Thomas Schuler bis zum Schluss dabei. Der Kranzer Daniel Schuler erwischte nicht seinen besten Tag und fiel schon früh ausser Traktanden.

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