Home » Klub » News

ISV Emmen

Sonntag, 07. Juli 2013

Erfolgreiche Einsiedler

Nach 2006 holte Bruno Gisler den Sieg etwas überraschend, aber völlig verdient in die Nordwestschweiz. Im Schlussgang bodigte der Martin Koch. Für den Schwingklub Einsiedeln gab es sechs Kränze.

W.S. Das „Innerschweizerische“ erwies sich in mancherlei Hinsicht als Eidgenössisches in Kleinformt. Neben dem festfreudigen Publikum trugen nicht zuletzt die Schwinger mit ihrer offensiven Schwingweise zu einer tollen Atmosphäre bei. Während an den letzten sechs Austragungen die Gäste bald einmal nicht mehr um den Tagessieg mitreden konnten, sah das Zwischenklassement diesbezüglich bei Halbzeit anders aus. Die Frage, ob die Innerschweizer das Blatt noch zu ihren Gunsten wenden können, war auch nach dem nächsten Durchgang noch nicht beantwortet. Zum Leidwesen der Innerschweizer manövrierten sich die Gäste in eine günstige Ausgangslage, was das Zwischenklassement zum Ausruck bringt: Christian Stucki lag in Front, und auch Kilian Wenger sowie Bruno Gisler bereiteten den Gastgebern Bauchweh. Bei dieser Konstellation tippten wohl nur noch die unverbesserlichsten Optimisten auf einen Innerschweizer Erfolg. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Da Christian Stucki die Verteidigung von Philipp Schuler, der taktisch äusserst klug agierte, auch im dritten Duell nicht durchbrechen konnte, verpasste er die in Reichweite gelegene Schlussgangteilnahme. Für diesen vermochte sich als Erster Bruno Gisler zu qualifizieren. Als sein Widersacher kristallisierte sich Martin Koch heraus, der damit die Kastanien für die „Einheimischen“ aus dem Feuer.

Kompromisslose Schwingweise

Der 30-jährge Bruno Gisler kam nicht unverdient zu seinem grössten Erfolg seiner Laufbahn. Wie er seine Gegner unablässig bearbeitete, bis sie sturmreif waren, verdient Anerkennung. Bereits nach 15 Sekunden konnte er den Übersprung von Martin Grab zu seinen Gunsten auswerten. In einem offenen Schlagabtausch trennte er sich mit Andreas Ulrich resultatlos, wofür es für beide Szenenapplaus gab. Mit einem bilderbuchmässigen Überwurf bezwang er den zähen Erich Fankhauser und mit einem weiteren Sieg gegen Ruedi Stadelmann war er endgültig wieder vorne dabei. In einem Duell, das auf- und abwog, behielt er gegen Andi Imhof mit einem wuchtigen Gammen das bessere Ende.

Im Schlussgang ging der 15-fache Kranzfestsieger vorsichtig ans Werk und kam nach 3:18 Minuten mit Hüfter zum Resultat. „Ich musste höllisch auf den Kurz von Martin Koch aufpassen und wollte ihm nicht ins offene Messer laufen“, erklärte er.

Nach der letztährigen, verletzungsbedingten Pechsträhne kommt Martin Koch immer besser in Fahrt. Mit seiner grifffesten Schwingweise ist er immer brandgefährlich und kann für jeden Topschwinger zum Stolperstein werden. So drehte er um den Final-Zutritt Philipp Laimbacher auf den Rücken. Bei dieser Aktion verletzte sich sein Widersacher an der Schulter und musste forfait geben. Nach dem Startunentschieden gegen Ivo Laimbacher nutzte Martin Koch mit seinen ungestümen Angriffen die Gunst der Stunde und machte Terrain gut.

Der Auftritt von Christian Stucki fiel mit fünf Siegen überzeugend aus. Schwingerkönig Kilian Wenger begeisterte mit seinen explosiven Zügen.

Schulers Rehabilitation

Nach seinem entgangenen Kranz am Nordostschweizerischen vor Wochenfrist rehabilitierte sich Christian Schuler auf eindrückliche Art und Weise. Mit Kurz und Nachfahren bodigte er zum Auftakt den Südwestschweizer Michael Nydegger, worauf er von Christian Stucki mit Kurz ins Sägemehl befördert wurde. Mit den Siegen gegen Ivan Rohrer und Joel Niederberger machte er zusehends Terrain gut. Gross trumpfte er im Ausstich mit den Zehnerwürfen gegen Erich Fankhauser und Alexander Vonlaufen auf.

Dass sich Philipp Schuler einer ausgezeichneten Form erfreut, bestätigte er er ein weiteres Mal. Als Einziger gelang es ihm den Berner Hünen Christian Stucki zu stoppen und dürfte ihm so den Sieg vereitelt haben. Nach seiner keineswegs zwingenden Niederlage zum Auftakt gegen René Suppiger liess er sich drei Siege an seine Fahne heften. In der alles entscheidenden letzten Begegnung konnte er Bruno Fink platt besiegen. Nach seinem Kranzgewinn am Zuger Kantonalen brauchte Thomas Bisig für die Qualifikation fürs Eidgenössische noch ein zählbares Resultat, das ihm mit den Niederlagen gegen Benji von Ah und Elias Kempf sowie vier Siegen gelang. Mit einem starken Finish mit den Siegen gegen Christian Bieri und Hansjörg Gloggner gewann der 30-jährige Polizist den 16. Kranz seiner Laufbahn.

Ebenfalls die Fahrkarte für Burgdorf holte sich Koni Kälin. Ihm gelang das Kunststück um das Eichenlaub keinen Geringeren als den Luzerner Eidgenossen Alain Müller zu bodigen. Neben den beiden Niederlagen gegen Erich Fankhauser und Christian Koch hatte der 22-jähriger Gärtner drei weitere Siege auf seinem Konto.

Steinauer überraschte

Nachdem er sich bereits auf dem Stoos den ersten „Kopfschmuck“ an einem Bergklassiker aufs Haupt setzten lassen konnte, stellte er seine Fortschritte ein weiteres Mal unter Beweis. Mit drei Siegen erwischte er einen optimalen Start und schaffte sich damit eine solide Basis für den weiteren Verlauf. Als herausragend darf sein Erfolg gegen den Sven Schurtenberger, den diesjährigen Luzerner Kantonalfestsieger, bezeichnet werden. Damit hatte er sich das Eichenlaub bereits nach dem fünften Durchgang gesichert. Chancenlos blieb er gegen die beiden Protagonisten Martin Koch und Kilian Wenger.

Bereits seinen dritten Kranz in dieser Saison gewann Alex Schuler, der sich zu einem sicheren Wert entwickelt hat. Mit drei Siegen, der Niederlage gegen Peter Imfeld sowie den Gestellten gegen Marco und Erich Fankhauser konnte er sich ebenfalls unter Kranzträger reihen. Pech hatte Michel Michael Hess, dem für den „Kopfschmuck“ ein halber Punkt fehlte.

Pech für Martin Grab

Kein Glück hatte Martin Grab. Nachdem ihm zum Auftakt ein Übersprung gegen Bruno Gisler zum Verhängnis wurde, musste er nach dem zweiten Durchgang den Wettkampf aufgeben, da er sich am linken Knie erneut verletzte. Wie schlimm die Verletzung ist, werden weitere Untersuchungen zeigen. Für Martin Grab beginnt im Hinblick auf das Eidgenössische von Ende August immer mehr ein Wettlauf mit der Zeit.

image description