Ehrungen für Christian Schuler und Jonas Steinauer
Delegiertenversammlung des Innerschweizer Schwingerverbandes in Lauerz
Die geehrten Schwinger (von links): Sven Schurtenberger, Lukas Bissig, Marco Reichmuth, Christian Schuler, Pirmin Reichmuth, Matthias Herger, Mike Müllestein, Joel Wicki, Marc Lustenberger und Dominik Zangger.
Die Sieger des Innerschweizer Nachwuchsschwingertages: Jonas Steinauer (links) und Patrik Laimbacher.
An der Delegiertenversammlung des Innerschweizer Schwingerverbandes am letzten Samstag wurde die ereignisreiche Saison 2025 nochmals Revue passiert. Neuerungen sind im Kampfrichterwesen vorgesehen.
W.S. Traditionsgemäss tagt der Innerschweizer Schwingerverband im Gebiet, wo der Verbandsanlass stattfindet. Für die Organisation des Jahresrückblickes war mit dem Rigiverband der älteste Schwingklub des Landes verantwortlich. Verbandspräsident André Sigrist konnte in der Mehrzweckhalle Lauerz 204 Anwesende, wovon 160 Stimmberechtigte, begrüssen. Erwartungsgemäss zu keinen Diskussionen Anlass gaben die verschiedenen Jahresberichte. Der Vorsitzende bezeichnete das Eidgenössische Schwingfest in Mollis als absoluten Höhepunkt. Die Innerschweizer warteten mit einer guten Gesamtleistung auf, doch mit dem verpassten Königstitel fehlte das Tüpfchen auf dem i.
Dass der Verband finanziell auf soliden Füssen steht, zeigte trotz hoher Investitionen die ausgeglichene Jahresrechnung. Die Organisatoren des letztjährigen Innerschweizer Schwingfestes in Seedorf lieferten dazu einen Betrag von 68’000 Franken, was 25 Prozent der Billetteinnahmen entspricht. Durch ein neues Sponsoringkonzept flossen 60’000 Franken in die Verbandskasse. Unter dem Slogan «Vereint für den Schwingsport» unterstützen neu mehrere Verbands- und Eventsponsoren das Schwingen in der Innerschweiz. Das Vermögen beträgt neu 253’000 Franken.
Erfreulich entwickelte sich die Nachwuchsbewegung. Die Anzahl der Jungschwinger stieg um 22 auf 968. Dabei bildet der jedes Jahr landesweit angebotene Schnuppertag eine wichtige Plattform für die Rekrutierung von Jungschwingern. An 40 Jungschwingertagen beteiligten sich durchschnittlich rund 200 Teilnehmer pro Anlass. Jonas Steinauer (Willerzell), Patrik Laimbacher (Schwyz) und André Reichmuth (Seewen) wurden für ihre Siege am Innerschweizer Nachwuchsschwingertag in Ennetbürgen ausgezeichnet.
Zahlreiche Rücktritte
Stefan Muff hob in seiner Funktion als Cheftechniker nochmals die zehn Kranzgewinne am Eidgenössischen Schwingfest hervor. Die Innerschweizer hielten lange Zeit an der Spitze mit, doch ging ihnen in den beiden letzten Gängen etwas der Schnauf aus. Das Maximum konnte nicht herausgeholt werden. Insgesamt sind 23 Kranzschwinger aus dem Verbandsgebiet zurückgetreten. Dabei dürfte man die sechs Eidgenossen Alex Schuler (34 Kränze, 2 Eidgenössische), Matthias Herger (37/2), Mike Müllestein (75/3), Christian Schuler (123/5), Pirmin Reichmuth (39/4) und Joel Wicki (76/3, Schwingerkönig, Erstgekrönter) künftig vermissen. Es wird nicht einfache sein, diese entstandenen Lücken zu schliessen. Als Dank für ihre grossen Leistungen durften sie wie auch die Kranzgewinner von Mollis ein Präsent entgegennehmen.
Neuerungen im technischen Bereich
Im Kampfrichterwesen werden nicht zuletzt wegen einiger umstrittenen Entscheide im letzten Jahr einige Änderungen getestet. So wird eine vierte Person das Tablet bedienen und damit die drei Kampfrichter entlasten. Diese können sich damit ausschliesslich aufs Schwingen konzentrieren. Weiter wird ein Versuch mit zwei Platzkampfrichtern und einem am Tisch getestet, was im Sägemehlringen schon lange gemacht wird. Die Note 10 am Boden wurde neu definiert. Anstelle des zurückgetretenen Kampfrichterchefs Jules Schweizer liegt es nun an seinem Nachfolger Sascha Zobrist diese Änderungen für eine mögliche spätere Umsetzung zu testen.
Die technische Kommission des Verbandes wollte die Anzahl der Schwinger am Verbandsanlass um zehn auf 190 reduzieren. Mit dieser Massnahme sollte die Gangdauer verlängert und damit die Wettkampfhärte gesteigert werden. Nach flammenden Worten von Armin Auf der Maur, Nachwuchschef, und Daniel von Euw wurde der Antrag der Schwyzer, es bei 200 Schwingern zu belassen, mit 96:59 Stimmen angenommen.
Wahl der Festorte und Ehrungen
Fidel Schorno, OK-Präsident des diesjährigen Verbandsfestes, informierte über den Stand der Vorbereitungen des Innerschweizer Schwingfestes. Unter dem Motto «Am See, am Berg, im Sägemehl» werden am 5. Juli in Arth über 10’000 Zuschauer erwartet. Dazu wird eine Arena mit 9’500 Sitz- und 1’000 Stehplätzen aufgebaut. Er rief dazu auf, das breite Angebot des öffentlichen Verkehrs zu benützen, da Parkplätze in unmittelbarer Nähe des Festgeländes Mangelware sind.
Der Verbandsanlass 2028 wurde dem Entlebucher Schwingerverband mit dem Austragungsort Schüpfheim vergeben.
Der Innerschweizer Nachwuchssschwingertag 2027 kommt in Altdorf zur Durchführung.
Der Höhepunkt des vierstündigen Jahresrückblickes waren die Ehrungen. Didi Schmidle (Luzern), Jules Schweizer (Küssnacht), Karl Inderbitzin (Arth), Josef Holdener (Siebnen), Gerold Koch (Ruswil) und Marcel Wisler (Menznau) wurden auf die Bühne gebeten und mit Applaus zu Ehrenmitgliedern ernannt. Weiter erhielten René Bisig (Bennau) und Philipp Düggeli (Siebnen), die beiden Schwyzer Kampfrichter am Eidgenössischen, für ihre nicht immer leichte Aufgabe ein Präsent.
André Rüegsegger überbrachte die Grüsse der Schwyzer Regierung. Er lobte die Schwinger, dass sie nicht alle Modeströmungen mitmachen und den Fokus auf das Wesentliche legen. Dabei soll die Folklore auch in Zukunft im Vordergrund stehen. Höhepunkte der Saison 2026 wird der Kilchberg-Schwinget mit den 60 besten Schwingern sein. Umrahmt wurde die Tagung von der Jodlergruppe Wildspitzjuuzer, Steinerberg.
Selektionen
An der Versammlung wurden auch die Selektionen für die Teilverbandsfeste bekannt gegeben.
Folgende Innerschweizer wurden für die Teilverbandsfeste nominiert.
Nordostschweizer, Güttingen: Marco Reichmuth, Samuel Schwyzer
Südwestschweizer, Fribourg: Sven Schurtenberger, Silvan Appert
Nordwestschweizer, Mümliswil: Lukas Bissig, Marc Lustenberger
Am Bernisch-Kantonalen, Bern-Wankdorf, das am gleichen Datum wie das «Innerschweizer» stattfindet, wird auf eine Teilnahme verzichtet.
Baselstädtischer Schwingertag: Sven Lang, Marcel Bieri, Patrick Betschart
Folgende Schwinger werden ihre Teilverbände am Innerschweizer Schwingfest in Arth vertreten.
Nordwestschweiz: Sascha Streich, Oliver Hermann
Südwestschweiz: Dorian Kramer, Viktor Cardinaux
Nordostschweiz: Domenic Schneider, Fabian Kindlimann
Bern: Lukas Tschumi, Florian Aellen
Werner Schönbächler